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Hannes Arch
September 22, 1967 - September 8, 2016

“In the mountains I sense how I become more and more grounded with every step I take. I experience the simple and most beautiful things in life, feel the wind and the cold. I become one with the moment and am finally home again.“

Einfach zum Nachdenken… (Hannes Arch, im April 2016)

Wenn ich nur an meine letzten Tage denke, dann frage ich mich, was alles passiert ist. So viel, dass ich mich zum Teil gar nicht mehr erinnern kann – was passiert hier nur?

Ich glaube mein Kopf verdrängt alles Geschehene, in dem Wissen, dass er mich beschützen muss, dass er 100% leisten muss. Wenn ich eine Air Show fliege, beim Red Bull Air Race, beim Bergsteigen und Klettern, beim Paragleiten und BASE-Jumpen, beim Autofahren und wenn ich Interviews gebe – immer, den ganzen Tag 100%.

Das geht alles viel zu schnell, nicht wahr? Mit dem Flugzeug von einem Kontinent zum nächsten, wieder retour – wir sind ständig auf Achse, immer erreichbar. SMS, Facebook, Whatsapp, E-Mail, bloggen. Während dem Essen oder dem Meeting, beim Autofahren und manchmal sogar wenn ich von einer Airshow zur nächsten fliege. Wir wissen, dass unser Körper und unser Geist nicht dafür gemacht sind. Wir sind gestresst, weil wir viel zu schnell unterwegs sind, zu viele Eindrücke verarbeiten müssen und uns gleichzeitig so viele Möglichkeiten geboten werden. Je schneller wir unterwegs sind, desto öfter müssen wir uns entscheiden. Es ist die Summe dieser Entscheidungen, die wir täglich fällen müssen. Eigentlich Stress pur.

Und das wird mir immer öfter bewusst. Es wird Zeit, etwas zu ändern, bevor wir zusammenbrechen, bevor wir plötzlich ohne Freu(n)de dastehen, bevor wir uns so fremd werden, dass wir uns verlieren. Bevor wir nicht mehr wissen wer wir eigentlich sind und von unserer genauso fremden Umwelt gesteuert werden. Es wird Zeit, dass wir zu unseren Wurzeln zurückkehren, nach Hause, in unsere Heimat. Wir müssen uns Zeit nehmen, unser Leben entschleunigen und das wertschätzen, was uns umgibt, prägt und gestaltet.

Deswegen gehe ich in die Berge, denn dort spüre ich mit jedem Schritt die Heimat. Ich erlebe die einfachen und schönsten Dinge im Leben, spüre den Wind und die Kälte, vertraue meinem Körper, meinem Geist und meinem Leben. Ich bewege mich mit der Geschwindigkeit, die es mir erlaubt zu achten, zu respektieren und zu lernen. Ich werde eins mit dem Moment, mit dem Leben und bin endlich wieder zuhause.